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Merkpunkte Glas

Mit Kollisionen ist fast überall und an jedem Gebäudetyp zu rechnen. Sie lassen sich aber grösstenteils verhindern. Unsere Empfehlungen gelten sinngemäss auch für andere hochtransparente bzw. stark spiegelnde Materialien.


Wo nachträgliche Massnahmen nötig werden:

  • zuerst Phänomen analysieren
  • adäquate, dauerhafte Lösung suchen
  • Greifvogelsilhouetten sind nicht wirksam!

Durchsichten vermeiden durch

  • entsprechende Konstruktion
  • Wahl halbtransparenter Materialien
  • Einsatz innenarchitektonischer Mittel

Spiegelungen vermeiden durch

  • Wahl von Scheiben mit geringem Aussenreflexionsgrad  von max. 15 %, besser jedoch 12%
  • Montieren von Insektenschutzgittern
  • Verzicht auf Spiegel im Aussenbereich

Attraktion vermeiden durch

  • Verzicht auf Pflanzen hinter Scheiben
  • angepasste, gehölzfreie Umgebungsgestaltung, besonders bei stark spiegelnden Scheiben

Markierungen zur Vermeidung von Durchsicht und Spiegelungen sollten

  • flächig sein (Handflächenregel!), siehe Bild hier
  • aussenseitig angebracht werden, weil sie so Spiegelungen brechen
  • vorzugsweise mit geprüftem Vogelschutzmuster umgesetzt werden
  • sich vor dem Hintergrund kontrastreich abheben
  • folgende Dimensionen aufweisen:
    - Punktraster: mind. 25 % Deckungsgrad bei mind. 5 mm Ø oder mind. 15 % Deckungsgrad ab 30 mm Ø
    - Vertikale Linien: mind. 5 mm breit bei max. 10 cm Abstand; Bedingung: Guter Kontrast zum Hintergrund, sonst sind breitere Linien         erforderlich.
    - Horizontale Linien: mind. 3 mm breit bei max. 3 cm Abstand oder mind. 5 mm breit bei max. 5 cm Abstand

In Tests schnitten Markierungen in roter und oranger Farbe besser ab als solche in blauen, grünen oder gelben Farbtönen. Vertikal angeordnete Linien lieferten zudem etwas bessere Ergebnisse als horizontale Linien. Mit einem Deckungsgrad von mind. 15 % ist man auf der sicheren Seite. Lassen sich durch entsprechende Farbgebung bei möglichst allen Beleuchtungssituationen kräftige Kontrastwirkungen erzielen, so kann der Deckungsgrad weiter reduziert werden.

Generell empfehlen wir, geprüfte Muster zu verwenden und zumindest bei grösseren Projekten Fachleute beizuziehen. Schon geringfügige  Änderungen des Motivs können grosse Unterschiede in der Wirkung erzielen. An Arbeitsplätzen sind eventuelle behördliche Vorgaben oder Empfehlungen für die Arbeitsplatzgestaltung zu beachten.